Die Stadtgeschichte von Castrop-Rauxel


Im Folgenden wollen wir Ihnen unsere sympathische Innenstadt mit ihren historischen, aber auch modernen Sehenswürdigkeiten ein wenig näherbringen.

Die Altstadt Castrop, im Jahr 834 erstmals urkundlich als „villa castorpe“ erwähnt, hat ihren Charme mit ihrem gewachsenen Ortskern, den Kirchen, den winkeligen Straßen sowie dem Marktplatz bis heute erhalten.

Der Name Castrop-Rauxel gehört sicherlich mit zu den eigentümlichsten Städtenamen in Deutschland. Aber woher kommt der Name nun? Das Grundwort ‚trop‘ (torp, dorf, trup), das eine Gruppensiedlung bezeichnet, gehört zu den ältesten Bestandteilen von Ortsnamen. Das Bestimmungswort ‚Cast‘, welches das Grundwort ‚trop‘ näher erläutert, ist schon schwieriger zu erklären. Es leitet sich wohl vom althochdeutschen Wort „chasto“ für Speicher ab. Bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung war Castrop eine kleine Anhäufung mehrerer Gehöfte mit Speicherraum.

 

Die Bedeutung des Namensbestandteils „Rauxel“ liegt noch etwas tiefer im Dunkeln und bezeichnet wohl eine feuchte Krähenwiese.

Grabungsfunde aus den Jahren 1955/56 und 1991 belegen, dass der Standort schon im 4. Jahrhundert von professionellen Händlern aufgesucht und genutzt wurde. Vermutlich lag er an der Kreuzung zweier Römerstraßen mit einem Militärposten. Durchreisende Händler nutzten diesen verhältnismäßig sicheren Platz als Depot für ihre Waren.

Karl der Große nutzte in den Sachsenkriegen ebenfalls die bestehenden Römerstraßen und ließ an ihnen Reichshöfe anlegen. Sie waren militärische und logistische Versorgungsstützpunkte und auch Sammelstellen für die Abgaben der Bauern. Im Schutze dieser Reichshöfe entwickelten sich Ortschaften, so auch aus dem Reichshof Castrop.

Nachstehend lernen Sie noch einige wichtige Bauwerke und Sehenswürdigkeiten rund um die Altstadt kennen.

Der Marktplatz

Da das vom Ackerbürgerstädtchen zur Industriestadt aufstrebende Castrop auch eine angemessene „gute Stube“ brauchte, entstanden um den Markplatz herum bis 1914 repräsentative Gebäude mit an den Jugendstil angelehnten Sandsteinfassaden. Im Jahr 1912 wurde das Reiterdenkmal errichtet und erinnert heute noch an die Zeit der großen Castroper Naturhindernisrennen (1874 - 1970), begründet von dem berühmten Iren William Thomas Mulvany.

Nicht nur an den Markttagen (dienstags, donnerstags und samstags) ist die Altstadt ein beliebter und lebhafter Treffpunkt, der Marktplatz ist wegen seiner zentralen Lage auch ein idealer Veranstaltungsort. Das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte „Castrop kocht über“ findet seit nunmehr 20 Jahren bereits immer zu Fronleichnam statt und im Dezember zieht das Kulinarische Zelt mit seinem Satirischen Adventskalender Menschen aus dem gesamten Ruhrgebiet an.

CasConcept eV - Foto Markt Altstadt Castrop

Der Stadtgarten

Der Stadtgarten und das darin gelegene Parkbad Süd, das 1926 als Freibadeanstalt eröffnet wurde, sind dank des Einsatzes einer Bürgerinitiative als Denkmal ausgewiesen. Nach der Schließung des Freibades aus Kostengründen am Ende der Saison 1992 drohte der Verkauf der Fläche als Baugelände. Der Verein „Hände weg vom Stadtgarten Castrop e.V.“ hat das Parkbad in einen freundlichen Veranstaltungsort mit Restaurant und Biergarten, Bühne und Galerie, Liegewiese und Kinderlandschaft umgestaltet.

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Die Lambertuskirche

Das Bild der Altstadt wird von der Lambertuskirche dominiert, dem ältesten und bedeutendsten Baudenkmal der Stadt. Die Kirche wurde um 1250 über einem noch früheren Gründungsbau errichtet. Besonders sehenswert ist im Inneren der Kirche das Sakramentshaus. Im frühen 16. Jahrhundert aus festem Baumberger Sandstein erbaut, gleicht es in seiner Form einer gotischen Turmpyramide, die reich geschmückt bis in eine Höhe von 8,20 Meter aufsteigt.

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Zeche Erin

Im Jahre 1866 begann der Ire William Thomas Mulvany mit dem Abteufen eines Kohlebergwerks und gab ihm den Namen seines Heimatlandes. Nach anfänglichen wirtschaftlichen und technischen Problemen förderte im Jahr 1887 eine Belegschaft von 1200 Mann 360000 Tonnen Steinkohle. Damit wurde die entscheidende Voraussetzung für den industriellen und wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt geschaffen.
1954 wurde der 68 Meter hohe Förderturm in Betrieb genommen. Auch 30 Jahre nach Schließung der Zeche prägt er noch immer das Bild der Altstadt.
Ende 1983 wurde die Förderung eingestellt und damit verlor die Stadt ihr erstes und zugleich letztes Bergwerk. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Zechengelände der Dienstleistungs-, Gewerbe- und Landschaftspark Erin.

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Das Bürgerhaus mit Galerie

Die Umgestaltung der alten Feuerwache an der Leonhardtstraße zum Bürgerhaus gilt als gelungener Beleg für das harmonische Zusammenspiel historischer und moderner Architektur. Hier finden regelmäßige VHS-Kurse statt sowie Ausstellungen, Vorträge und Lesungen statt.
Auch die Anmietung von Räumlichkeiten für Familienfeiern ist möglich. Gegenüber befindet sich der Kulturplatz „Leo“, der zu Open-Air Aktionen einlädt.

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Schloss Goldschmieding

Am Rande der Altstadt liegt eingebettet in einen wunderschönen Park das Haus Goldschmieding, am Ende des 16. Jahrhunderts als Herrensitz errichtet. Im Festsaal, heute als Restaurant genutzt, befindet sich mit dem Renaissance-Kamin von 1597 das herausragende Prunkstück des Gebäudes. 1872 erwarb Thomas Mulvany, der Gründer der Zeche Erin, das Haus als Familiensitz.

Angrenzend an das Haus Goldschmieding befindet sich das 4-Sterne-Hotel Vienna House Easy Hotel.

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Ehemalige Pferderennbahn

Direkt gegenüber von Haus Goldschmieding liegt die ehemalige Pferdrennbahn. Im Jahr 1874 initiierte hier Thomas Mulvany Naturhindernisrennen, die sich zu einem pferdesportlichen Großereignis entwickelten, das vor dem 1. Weltkrieg bis zu 30000 Zuschauer anlockte. Im Jahr 1970 kam jedoch das endgültige Aus für die Castroper Rennen. Heute bietet das denkmalgeschützte Gelände mit einem Biotop, einem Kinderspielplatz und einem Grillplatz viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

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